Großer Produkttest: Jetzt bis zum 23.12. bewerben

Großer Produkttest: Jetzt bis zum 23.12. bewerben

Wir suchen 250 Tester*innen für zahlreiche Produkte von Henkel!
Wie viele von euch schauen nach dem Kochen mehrmals nach, ob sie den Herd auch wirklich ausgeschaltet haben? Oder gehen zurück zur bereits abgeschlossenen Haustür, um zu überprüfen, ob sie auch tatsächlich zugesperrt ist?

Von Macken und Marotten

Jetzt bewerten:
4,4 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp, Tapp… Na, jetzt schon ein bisschen genervt? Dann geht es euch genau wie dem spanischen Tennisprofi Rafael Nadal im Wimbledon-Halbfinale 2018 gegen den Serben Novak Djokovic. Dieser hat nämlich die Angewohnheit den Ball vor jedem Aufschlag unzählige Male aufdotzen zu lassen, bevor er ihn dann endlich mit Wucht über das Netz donnert. Ich habe das extrem spannende Halbfinale verfolgt und war von dieser Marotte Djokovics fasziniert. Nun ist es nicht so, dass Nadal seinerseits völlig frei von beinahe neurotisch wirkenden Zwangshandlungen gespielt hätte. Ebenfalls vor jedem (wirklich jedem!) Aufschlag spult er sein ganz eigenes und immer gleiches Ritual ab: Hose zurechtzupfen, Haare hinters rechte Ohr streichen, Haare hinters linke Ohr streichen, die Schulter kurz mit der freien Hand antippen, den Schweiß von der Nase wischen und los geht's. Kein Wunder, dass das Spiel der beiden Tennis-Asse geschlagene 5:15 Stunden gedauert hat. Ohne ihre diversen Ticks hätte das Match locker in der halben Zeit beendet werden können.

Vorsicht, Fuge!

Bei einer kritischen Betrachtung der eigenen Verhaltensweisen wird man mit ziemlicher Sicherheit auch die eine oder andere Macke bei sich selbst entdecken. Als Kind habe ich beispielsweise eine Zeit lang penibel darauf geachtet, ja nicht auf die Fugen des jeweiligen Bodenbelags zu treten. Bei den großen Gehwegplatten auf dem Bürgersteig war das kein Problem – mit einigen kleinen Zwischenhüpfern kam ich trotzdem ganz zügig voran. Schwierig wurde es bei unseren Badezimmerfliesen, die in etwa die Größe einer Streichholzschachtel hatten. Um bis aufs Klo zu kommen, musste ich über und Badewannenrand klettern, frei nach der Devise „warum einfach, wenn's auch schwierig geht?“ Irgendwann kam ich auf die Idee, mir aus mehreren Handtüchern eine Art begehbare Brücke über die Minifliesen zu bauen. Clever, gell? Fand meine Mutter nicht. Sie hatte sich irgendwann auf die Lauer gelegt, weil sie sich über die ganzen schmutzigen Handtücher und den sauberen Fußboden gewundert hat. Danach war Schluss mit diesen „albernen Kinkerlitzchen“ (O-Ton Mama).

Ist der Herd auch wirklich aus?

So, und jetzt mal Hand aufs Herz: Wie viele von euch schauen nach dem Kochen mehrmals nach, ob sie den Herd auch wirklich ausgeschaltet haben? Oder gehen zurück zur bereits abgeschlossenen Haustür, um zu überprüfen, ob sie auch tatsächlich zugesperrt ist? Oder kontrollieren nach dem Einkauf immer wieder, ob die EC-Karte auch ganz sicher im Portemonnaie steckt? Lieber nochmal nachschauen. Mannomann, Fragen über Fragen. Eigentlich kennt man die Antworten ja schon: Der Herd ist aus, die Haustür zu und so weiter. Und trotzdem überkommt einen immer wieder diese nagende Ungewissheit. Ziemlich nervig und zutiefst menschlich, aber glücklicherweise noch nicht besorgniserregend. Schlimm wird es erst, wenn diese Gedanken für den Betroffenen schier unerträglich werden und einen immensen Leidensdruck sowie eine echte Einschränkung der Lebensqualität mit sich bringen. Dabei sind sich die Betroffenen stets der Irrationalität ihrer Gedanken und der daraus resultierenden (Zwangs)-Handlungen bewusst.

Von der harmlosen Macke zur Zwangsstörung

All diesen irrationalen Verhaltensweisen liegt ein Kontrollzwang zugrunde. Ist dieser Kontrollzwang stark ausgeprägt, kann er zu einer ernsthaften Belastung für den Betroffenen werden. Der Versuch, sich dem Zwang zu widersetzen, führt in der Regel zu starken Angstgefühlen und großer innerer Anspannung. Dieser äußerst unangenehme Zustand kann nur durch ein erneutes Ausführen der betreffenden Zwangshandlung vorübergehend gelindert werden. Ab diesem Punkt sprechen Psychologen von einer Zwangsstörung, die in der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD-Codes) mit dem Kürzel F42 gekennzeichnet ist. Etwa zwei Prozent aller Deutschen leiden an einer derartigen Zwangsstörung über deren Ursachen bislang nur spekuliert werden kann. Neben einer möglichen genetischen Disposition (Vererbung) sind mittlerweile auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit sowie eine Stoffwechselstörung des Gehirns (Serotoninmangel) als mögliche Auslöser in den Fokus gerückt.

Da es oft nur schwer möglich ist, diese Zwangsstörung aus eigener Kraft in den Griff zu bekommen, ist in vielen Fällen professionelle Hilfe gefragt. Ein Psychologe kann im Rahmen eines Gesprächs anhand verschiedener Kriterien eine gesicherte Diagnose stellen. Die Behandlung einer Zwangsstörung erfolgt zumeist als Kombinationstherapie mit den Eckpfeilern Verhaltenstherapie und medikamentöse Behandlung.

Was kann ich selbst tun?

Glücklicherweise ist aus meinen kleinen Macken und Marotten (auch ich bin ein Herd-aus und Tür-zu Kontrollfreak) bislang noch keine ernsthafte Zwangsstörung entstanden. Um den Kreislauf des sich ewig wiederholenden Kontrollierens zu durchbrechen, hilft es mir, die betreffende Handlung EINMAL GANZ BEWUSST durchzuführen. Das bedeutet: Ich schalte den Herd aus oder schließe die Tür ab und sage mir dabei genau vor, was ich tue. Es fühlt sich schon etwas komisch an, zu der leeren Küche laut und deutlich zu sagen: „Ich schalte jetzt den Herd aus!“ Oder im Treppenhaus zu stehen und für alle Nachbarn gut vernehmlich zu mir selbst „Ich habe die Tür abgeschlossen“ zu sagen… aber sei's drum – Hauptsache es hilft!

Von
Eingestellt am

Du kennst auch Haushaltstipps und Rezepte?
Jetzt auf Frag Mutti veröffentlichen

23 Kommentare


8
#1
16.11.18, 12:36
Sehr gut beschrieben, ich "erwische" mich auch bei so einigen Marotten der harmlosen Art, z.B. ist mein Duschritual immer dasselbe, auch die Herdkontrolle kannte ich. Bis ich mir da zum Beispiel eine Brücke gebaut habe: wenn ich den Herd / das Bügeleisen / die Badheizung ausschalte, stelle ich mir das nochmals bildlich vor und mache einen grünen Haken dran. Seitdem muss ich nicht mehr nachkontrollieren :-)
7
#2
16.11.18, 15:25
Wie gut, daß ich keine Macken habe, und Marotten erst recht nicht!

Aber im Ernst: Ich kann mir den ganzen Tag verderben, wenn ich vor der Abfahrt nicht ganz bewußt auf bestimmte Dinge geguckt habe: Herd aus, Bügeleisenstecker raus ...
Am liebsten ist es mir, wenn mein Mann auch nochmal guckt.
Ich weiß, das ist albern, aber ich arbeite auch daran.
Vor der Abfahrt gehe ich ganz bewußt zum Bügeleisen und sage laut: "Der Bügeleisenstecker ist draußen". So mache ich es auch mit den anderen elektrischen Geräten.
Schlecht ist es, wenn ich diese Kontrollen eher "nebenbei" mache, also vielleicht telefoniere oder irgendetwas anderes gleichzeitig tue.
Ich versuche auch hinterher, mir den Vorgang des Ausschaltens vorzustellen. Aber weil das so übliche Tätigkeiten sind, bin ich mir dann nicht immer sicher, ob das tatsächlich an diesem Tag war oder an einem anderen
.Also bleibt nur, bevor ich aus dem Haus gehe, ganz deutlich und mit hörbarem Kommentar alles zu kontrollieren. Nur dann habe ich Ruhe und kann den Tag oder die Tage woanders genießen.
6
#3
16.11.18, 17:59
Die Sache mit den Fugen habe ich als Kind auch eine Zeit lang praktiziert, allerdings ohne die Handtuchnummer im Badezimmer😁
Mein Spleen vor dem Zubettgehen ist die fünfmalige Kontrolle, ob der Wecker auch ja auf die richtige Weckzeit eingestellt ist. 
Ja, ich weiß, dass ich ein Rad ab habe, aber schaut mal, wie schön das rollt....hui...hui😂  
1
#4
16.11.18, 22:27
Lach... wieder mal super ge-und
beschrieben. Ich glaube die Wenigsten sind mackenlos.
Die Herdkontrolle mache ich auch, aber erst seitdem ich einen Herd mit Glaskeramikfeld habe, besonders, wenn das Licht in der Küche aus ist, weil es da auf dem Kochfeld rot leuchtet, bis die benutzten Kochzonen erkaltet sind. Bei meinen alten Herd mit Kochplatten hatte ich die Macke nicht, Platten aus= Bedienfeld dunkel.
1
#5
17.11.18, 18:00
Ich kontrolliere auch 1x den Herd und 1x die Weckzeit. Das ist für mich aber noch keine Macke.
2
#6
18.11.18, 11:10
Sehr sympathisch geschrieben...Ich denke, fast alle Menschen sind davon betroffen.
Mir geht es tatsächlich beim "Auto abschließen" so - seitdem der Schlüssel nicht mehr zum Schließen benutzt wird, sondern das Auto per Knopfdruck verschlossen wird. 
Ich prüfe jedesmal, oft sogar 2 x nach - per Handdruck.
3
#7
18.11.18, 13:33
seit bei mir vor knapp einem jahr die herdplatte eingeschalet war und wir das ganze haus verrusst hatten geh ich immer nochmal zurück und kontrolliere ob nichts aufm herd steht .. und ob die platten alle aus sind.
der schaden war für mich eine tragödie .. und hat sehr viel kraft gekostet.
2
#8
18.11.18, 19:34
Erinnert mich an den Film "Besser gehts nicht", in dem Jack Nicholson mit einem ziemlich großem Sortiment an Macken unterwegs ist.
1
#9
18.11.18, 20:16
Nicht auszudenken, was hätte passieren können, als wir vor einer Flugreise in den 14tg.-Urlaub schon in der Stadtbahn auf dem Weg zum Flughafen waren und es mir siedendheiß einfiel, dass ich womöglich das Licht auf der Toilette (herkömmliches, altes Leuchtmittel) nicht ausgemacht hatte. Die nette Nachbarin, die unseren Schlüssel während unserer Abwesenheit bekommt, konnte ich nicht erreichen, so gings wieder retour mit der Stadtbahn und .... tatsächlich, das Licht brannte. GsD waren wir sehr zeitig aufgebrochen, mussten allerdings dann doch sicherheitshalber ein Taxi nehmen, denn die Stadtbahn hätte fast doppelt so lang gebraucht.
Somit pflege ich seitdem erst recht meine Marotte und kontrolliere weiterhin fleißig ob ich nichts übersehen/vergessen habe.  😇
1
#10
18.11.18, 22:34
@Backoefele: Da wäre überhaupt nix passiert. Vielleicht ein wenig mehr Stromverbrauch, aber das war es schon. ;)
1
#11
18.11.18, 22:48
@viertelvorsieben: Also, ich weiß nicht viertelvorsieben, denn die Glühbirne war schon ordentlich heiß. Nach 14Tg und Nächten könnte das doch schnell zu einen Schmorbrand führen. Dann doch lieber auf Nummer sicher gehen.
2
#12
18.11.18, 23:32
@Backoefele: Du hast alles richtig gemacht, schon deshalb weil Du sonst keine ruhige Minute mehr gehabt hättest. Glühbirnen werden aber immer sehr heiß, schon nach kurzer Zeit kannst Du sie nicht mehr anfassen.
2
#13
19.11.18, 11:28
Jeder Mensch hat Macken,selbst fällt es einen vielleicht gar nicht auf.
3
#14
19.11.18, 11:45
Ich denke viele Macken ändern sich auch im Laufe des Lebens. Ich habe früher gern Möbel verrückt und meine Wohnung ständig umgestaltet. Heut macht es mich wild, wenn nicht alles an seinem jahrelang gewohnten Platz liegt und ich suchen muss. Sonst fällt mir eigentlich nichts ein. Ich müsste da erst meine Familie befragen. 
3
#15
19.11.18, 12:11
Ich habe einige Marotten , was Ordnung und Sauberkeit angeht und gebe zu , daß ich manche zum Teil oftmals auch schon als belastend empfinde .
Das Bewußtmachen dessen ist - glaube ich - wichtig und dann differenzieren : Was davon ist wirklich wichtig und was übertrieben , was macht echt Sinn und was ist einfach nur anerzogen oder dient lediglich als vorgeschobener "Ersatz" , zur wirklichen Lösung eines in Wahrheit ganz anderen Problems .
Solange man über den eigenen "Vogel" noch selbst schmunzeln kann , ist alles noch im grünen Bereich ....
Erst wenn man diese Grenzen nicht mehr selbst ziehen kann , sollte man , meines Erachtens , professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
3
#16
19.11.18, 14:21
@alle: Vielen Dank für die vereinzelten Komplimente und alle anderen interessanten und sachlichen Kommentare. Ich bin immer sehr froh, wenn sich unter meinen Beiträgen ein angeregter und vor allem friedlicher Meinungsaustausch entwickelt. Mit Off-Topic-Kommentaren habe ich überhaupt kein Problem, nur wenn es zänkisch wird denke ich immer: "Wie schade um die vergeudete Zeit und Energie". Ist ein ausgeprägtes Harmoniebedürfnis eigentlich auch schon eine Marotte...? Euch allen einen guten Start in die neue Woche :-)
#17
19.11.18, 19:34
@viertelvorsieben: Eben, weil die alten Glühbirnen im Gegensatz zu  Sparlampen so richtig heiß werden, hatte ich ein mulmiges Gefühl.
Ganz allgemein möchte ich noch hinzufügen, dass Marotten daraus entstehen könnten, wenn man - wie ich - streng erzogen wurde. Ich konnte es meinem Vater zB nie Recht machen. Aber sei's drum .... wie heißt es so schön: Vertrauen ist gut .. Kontrolle ist besser. 😏
#18
4.12.18, 18:30
@Upsi: Ich hätte da noch folgenden Kommentar: 
Meine Frau hatte die Angewohnheit des Möbelrückens von ihrer Mutter übernommen. Ich habe es ohne Murren akzeptiert. 
Mit zunehmendem Alter wird eine Macke bei ihr stärker: die Dinge des täglichen Bedarfs liegen manchmal nicht am gewohnten Platz. Als Segler bin ich es gewohnt, dass man das Wichtigste auch in der Dunkelheit findet. Das ist aber keine Macke sondern eine Gewohnheit. 
Wie groß ist der Unterschied? 
#19
4.12.18, 19:46
@WZimdahl: dann müssten wir uns zusammenschmeißen,(Spaß) ich lege grossen Wert drauf, dass alles an seinem Platz ist. Ich hasse es, suchen zu müssen. Ich würde auch alles im Dunkeln finden.
#20
5.12.18, 07:01
Es gibt ein Sprichwort, das heißt : Wer Ordnung hält. ist nur zu faul zum Suchen.

Aber Ordnung erleichtert das Leben wirklich sehr!
#21
5.12.18, 13:20
@Maeusel: Und das Genie steht über dem Chaos - aber Spaß beiseite; bei mir hat alles seinen festen Platz, an dem es nach Gebrauch möglichst schnell wieder verstaut wird. Ich bin nämlich auch zu faul zum Suchen.
#22
5.12.18, 14:03
Ich hatte einen Kollegen, mit dem ich oft auf Dienstfahrt war. Er hatte gleich zwei Macken. 

Erstens kontrollierte er alle 200 Meter, ob auch wirklich die Handbremse gelöst ist.

Zweitens nutzte er NIE (!) die Intervallschaltung des Scheibenwischers. Statt dessen schaltete er für jeden einzelnen Wischvorgang den Scheibenwischer extra an und auch wieder aus.

Jetzt stelle man sich eine 300 km lange Autobahnfahrt bei Starkregen vor. Als Beifahrer wird man irre!
#23
5.12.18, 23:29
Das kann ich sehr gut nachvollziehen... Ich wäre auch durchgedreht... und vor allem mit diesem Kollegen NIE WIEDER mitgefahren...

Tipp kommentieren

Emojis einfügen

Kostenloser Newsletter

Frag Mutti-Produkttest

Wir suchen zusammen mit Henkel Lifetimes 250 Produkttester für acht Produkte!

Bist du bereit?