Testergebnisse von Ultraschallbürsten führen häufig zu den Schallzahnbürsten und auch die direkten Angebote für Ultraschall sind am Ende nur Schallzahnbürsten.

Verwechslungsgefahr bei Ultraschall- und Schallzahnbürste

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Wer eine möchte, muss auf den Seiten mit den Testergebnissen und ebenso auf den Bestellseiten im Netz ziemlich aufpassen. Testergebnisse von Ultraschallbürsten führen häufig zu den Schallzahnbürsten und auch die direkten Angebote für Ultraschall sind am Ende nur Schallzahnbürsten. Ich bin dadurch selbst einer Falschbestellung aufgesessen. Wer recherchiert und Testergebnisse ansieht, findet heraus, dass die beiden Kategorien gerne falsch zugeordnet werden. Sei es bewusst, um mit günstigen Preisen zu beeindrucken oder einfach nur, weil die Händler die Unterschiede selbst nicht kennen. 

Eine Zahnbürste mit Umdrehungen im 5-stelligen Bereich (also z. B.: 37.000 oder 67.000), die als Ultraschallzahnbürste angeboten wird, kann keine Ultraschallbürste sein. Wer vertraut und klickt in das Angebot, wird, ohne es ggf. zu merken, zu den Schallzahnbürsten geleitet. Allerdings landet der Verweis immer nur in dieser Richtung falsch. Der angebotene Ultraschallverweis landet bei einer Schallzahnbürste. Ich glaube tatsächlich, dass sich hier der Online-Trend -> einer verkauft alles, rächt. Denn die Onlinehändler kennen die Produkte nicht wirklich. 

Als Erstkäufer dieser tatsächlich sehr nützlichen Zahnbürste kennt man sich auch noch nicht aus. Da sie übrigens ein Hygieneartikel ist, darf sie nicht zurückgegeben werden, wenn sie benutzt wurde.

Wer merkt schon, ob eine Zahnbürste 37.000 oder eine Million Rotationen vollzieht. Mir ist es so passiert. Beim Austesten erschien mir das bestellte angebliche Ultraschallmodell sehr wirksam. Denn tatsächlich erreicht auch die hochfrequente Schallzahnbürste mit "nur" 40.000 Rotationen ein Gefühl glatter, reiner Zähne. Allerdings ist sie dann doch nicht so sicher hinsichtlich des Zahnfleischschutzes. Hier die wichtigsten Unterschiede, um sie nicht zu verwechseln. Aussehen tun sie identisch. 

Die Schallzahnbürste

  • funktioniert hochfrequent mechanisch
  • sendet je nach Einstellung verschiedene Brummtöne  
  • kann nicht in die Zahnzwischenräume hineinschäumen
  • führt kleine Bewegungen aus 
  • ihre Umdrehungen liegen im 5-stelligen Bereich (z. B. 40.000)
  • sie wird auf den Zähnen leicht aufgesetzt
  • Preise eines ausländischen Versenders startet schon unter die 30 Euro, deutsche Hersteller lassen den Preis aber auch auf über 100 Euro klettern

Die Ultraschallzahnbürste

  • funktioniert elektromagnetisch 
  • ​ist lautlos
  • führt keine wahrnehmbaren Bewegungen aus 
  • schäumt eine spezielle Zahnpaste in die Zwischenräume
  • Bewegung im Inneren des Bürstenkopfes liegen im siebenstelligen Bereich (z.B. 1.000.000).
  • sie wird nur an den Zähnen entlang geführt
  • ist immer erst im Preissegment ab 100 Euro zu haben

Also das sichere Unterscheidungsmerkmal in der Artikelbeschreibung ist die Zahl der Bewegungen. Allerdings wäre auch der Preis ein Warnhinweis. Nach meiner Recherche kann ich sagen, dass eine Ultraschallzahnbürste, die unter 60 Euro kostet, nach derzeitigem Preisgefüge keine ist. Ich fand nur zufällig heraus, dass ich eine Schall- und keine Ultraschallbürste online gekauft hatte. Erst nach einem Bericht, der mich darüber aufklärte, dass die Ultraschall Modelle lautlos funktionieren wurde ich misstrauisch. Mein vom Verkäufer als Ultraschallzahnbürste versendeter Kauf summt spacig wie Raumschiff Enterprise.  

Auch die Schallzahnbürste wirkt sehr gut, berührt aber die Zahnfläche und das Zahnfleisch stärker als die höherpreisige Ultra-Variante. Da ich also das Zahnfleisch optimal schützen wollte, habe ich hier keine optimale Lösung. Doch da ich bereits bei der Schallzahnbürste einen Supereffekt auf die Zähne habe, die sich perfekt glätten, werde ich sie wohl erst mal behalten.

Wer sich also hier im Entscheidungsprozess befindet - Vorsicht bei der Bestellung, wenn man vom Testbericht in das Produkt surft. Wer doch bei der einfacheren Schallvariante hängen bleibt, muss etwas beachten. Wenn keine Kontrollfunktion für die Stärke des Aufsetzens der Bürste auf Zähne und Zahnfleisch programmiert ist, empfehlen sich weiche Aufsätze, um Zahnschmelz und Zahnfleisch nicht falsch zu belasten.  

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15 Kommentare

#1
12.11.19, 10:32
gute ausführliche Erklärung, Danke.
Was mir nicht klar ist, wie sich der Schall auf Zähne und Reinigung auswirken soll?
#2
12.11.19, 12:48
@Mama_Bettina:  Tja, meiner Ansicht nach steht Schall für hochfrequent, nicht für den Ton an sich, der nur ein Nebeneffekt ist. Jedenfalls ist die Wirkung ziemlich phänomenal, auch wenn ich die falsche Bürste gekauft habe. 
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#3
12.11.19, 13:18
Ich bin seit einigen Jahren im Besitz einer echten Ultraschall-Zahnbürste mit - wenn ich mich recht erinnere - 2 Mio. Schwingungen.
Das sehr leise "Geräusch", welches die Bürste bei der Nutzung macht, wurde quasi extra engebaut, damit man weiß, daß die Bürste eingeschaltet ist. Die spezielle Wirkung der Ultraschall-Bürste, nämlich absolut gründlich auch die Zahnzwischenräume zu reinigen und von eventuell vorhandenem Zahnstein zu befreien, funktioniert allerdings nur und ausschließlich mit der speziellen Zahnpasta, welche man nicht im offenen Handel, sondern nur beim Hersteller selbst bekommt. Ganz vereinzelt kann man sie auf Bestellung auch in wenigen Apotheken erhalten, sie ist dort allerdings noch etwas teurer als beim Hersteller selbst.
Ich möchte nicht mehr auf die Ultraschall-Bürste verzichten und die Zahnpasta bestelle ich immer im 10er Pack, so daß sie eine gewisse Zeit reicht.
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#4
12.11.19, 15:46
Danke für den Tipp!
Im Netz wird tatsächlich Schall und Ultraschall munter durcheinander geworfen.
Eine Schallzahnbürste habe ich schon ein paar Jahre und bin sehr zufrieden damit. Aber ich liebäugle trotzdem immer wieder mal mit einer Ultraschallbürste. Dein Tipp hat mir jetzt direkt einen Schubs gegeben, mich intensiver damit zu befassen.
#5
12.11.19, 19:20
Danke für eure Ausführungen
#6
13.11.19, 06:27
Danke für den Tip.
Zeigt wieder einmal mehr, genaues hinschauen ist echt wichtig.
Abgezockt und irregeführt werden wir überall. 
Auch die preisunterschiede bei den gleichen Produkten ist enorm. Es lohnt sich fast immer zu vergleichen.
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#7
13.11.19, 09:34
Ich als Zahnarzthelferin muss dir leider sagen,dass es keine Ultraschallzahnbürsten gibt,sondern nur Schallzahnbürsten. Mit dem Ultraschall arbeiten kann man nur beim Zahnarzt. Aber bei den Schallzahnbürsten gibt es auch eine Menge Unterschiede,da sollte man schon gucken.
Am besten den immer wiederkehrenden Testsieger Philips Sonicare kaufen,da kann man nicht viel falsch machen.
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#8
13.11.19, 10:57
@Schnuffelbubu:  Leider muß ich Dir höflich widersprechen. Es gibt in D zwei Hersteller von Ultraschall-Zahnbürsten für den privaten Hausgebrauch. Mein Zahnarzt selbst ist sehr angetan von diesen Bürsten und kann nicht so recht nachvollziehen, daß es diese nicht im freien Handel zu kaufen gibt, sondern nur beim Hersteller direkt. Ich vermute mal, es hat mit dem relativ hohen Preis der Zahnbürsten zu tun und auch die Zahnpasta zählt nicht gerade zu den Schnäppchen.
Unsere Tochter ist auch ZmF und findet die Ultraschallbürsten - ebenso wie ihre Zahnarzt-Chefs - einfach perfekt für die Zahnpflege.
#9
13.11.19, 18:37
Ich mache grade eine Zusatzausbildung im Bereich Prophylaxe,wo es fast ausschließlich um Zahnreinigungen geht,wie ja auch der Name schon sagt.
Es gibt definitiv keine Ultraschallzahnbürsten,was auch immer der Chef so toll findet,es ist etwas anderes.
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#10
13.11.19, 21:17
@ Schnuffelbubu:

Ultraschallzahnbürsten für den Hausgebrauch gibt es sehr wohl. Nur um mal eine von vielen Quellen zu nennen:
Schau mal in Wikipedia unter Ultraschallzahnbürste.

Zitat:
„Eine Ultraschallzahnbürste ist eine elektrische Zahnbürste für den Hausgebrauch, die Ultraschall verwendet, um die Entfernung der Plaque zu unterstützen und um Plaque-Bakterien unschädlich zu machen. Üblicherweise arbeitet sie auf einer Frequenz von 1,6 MHz, was 96 Millionen Impulsen oder 192 Millionen Bewegungen pro Minute entspricht. Ultraschall ist definiert als eine Serie von akustischen Druckwellen, die bei einer Frequenz erzeugt werden, die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbar ist.“
-Zitat Ende
2
#11
15.11.19, 16:11
@Schnuffelbubu: Eben habe ich meine vorgestern bestellte Ultraschallzahnbürste geliefert bekommen. Es gibt sie also doch! Wie von @MissChaos beschrieben mit 96 Mio. Impulsen.
Sie soll auch ein leichtes Betriebsgeräusch von sich geben und alle 6 Sekunden einen leisen Piepston.
Jetzt muss ich nur noch den Akku aufladen; dann kann es losgehen. 😀
#12
17.11.19, 09:01
Jetzt bin ich neugierig, welche Hersteller denn die echten Ultraschallzahnürsten anbieten?
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#13
17.11.19, 11:10
Bisher bekannt war mir Emmi (meines Wissens ein dt. Hersteller) und heute bin ich noch über Megasonex gestolpert.
Eine kleine Anmerkung noch: Auf Zahnseide oder Interdentalbürsten sollte man dennoch nicht verzichten; das empfiehlt auch einer der Hersteller
(Emmi) ganz ausdrücklich:
"Nach wie vor empfehlen wir Ihnen, Ihre Zahnzwischenräume mit Hilfsmitteln ... wie Zahnseide, Interdentalbürsten und Mundspülungen zu reinigen."
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#14
17.11.19, 12:50
Im Ursprungsbeitrag heißt es:
ihre Umdrehungen liegen im 6-stelligen Bereich (z. B. 40.000).

Dies ist bereits die erste Lüge. 40.000 ist 5-stellig, wie man leicht nachzählen kann.
Aber noch schlimmer: Es fehlt die EINHEIT.
Es müsste da also von 40.000 U / min geredet werden.

Leider wird im gesamten Thread die Ursache des Irrtums "Ultraschall" nicht erhellt.
Dies will ich hiermit nachholen.

Was bedeutet 40.000 Umdrehungen?
Das sind 40.000 Umläufe eines rotierenden Teils "Motor" pro MINUTE.

Frequenzen wie auch Schallfrequenzen messen wir aber in Hertz = Hz.
Das sind aber Schwingungen pro SEKUNDE.

Wir müssen also umrechnen, durch 60 teilen:
40.000 U / min = 40.000 / 60  U / sek. = 667 U / sek = 667 Hz.

Ultraschall bedeutet aber eine Frequenz oberhalb des menschlichen Hörbereiches,
also oberhalb von 20 KiloHertz = 20 kHz.

Alle Klarheiten nun beseitigt?
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#15
17.11.19, 13:09
Hauptsache man putzt sich mindestens, unterstützt von Zahnseide, zweimal für drei Minuten am Tag die Zähne. Ansonsten gibt es einen Mundpups und nicht vergessen sich auch mal eine neue Bürste bzw. einen neuen Bürstenkopf zu gönnen. Ich wechsel immer nach einem Monat.

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