Die Torte mit Reliefprägung ist etwas ganz Besonderes. Die Herstellung ist viel einfacher, als sie aussieht!
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Biskuit mit Reliefprägung

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Zubereitungszeit

Zubereitungsdauer

Koch- bzw. Backzeit

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Gesamt

Ich wollte eine ganz besondere Torte backen. Vor längerer Zeit habe ich mal eine Torte mit einer Art Prägemuster gesehen. Die war genau das Richtige - allerdings benötigt man dafür spezielle Reliefbackmatten aus Silikon. Dann fiel mir ein, dass ich eine Fondantprägematte (Größe 30x40 cm) aus dem Material habe - aber backfest? Mein Glück - auf der Rückseite war der Temperaturbereich von 40°-230°C eingestanzt.

Nur ist das Muster sehr fein, ob das funktioniert ? Da hilft nur ausprobieren, notfalls wird der Biskuit anderweitig verwendet. Von dem Ergebnis war ich jedoch mega begeistert – sooo klare Konturen und nichts blieb in den feinen Rillen hängen.

Das muss ich euch einfach zeigen und es ist supereasy, in einer guten ½ Stunde gemacht!

Zutaten

Für die Relief-Prägung:

Wiege ein Eiweiß ab. Dieses Gewicht verwendest du im Anschluss als Maßeinheit für die anderen Zutaten.

Z. B.: Dein Eiweiß wiegt 20 g. Also verwendest du von allen anderen Zutaten auch 20 g.

  • Eiweiß
  • Puderzucker
  • weiche Butter
  • Mehl
  • Lebensmittelpulver (ich habe einen TL Rote-Beete-Pulver verwendet)

Ihr könnt gern auch andere Lebensmittelfarben nutzen. Evtl. wird dann 1 TL Mehl extra benötigt, damit der Teig eine feste, cremige Konsistenz erreicht.

Beachtet bitte, dass nicht alle Naturfarben hitzebeständig sind, auch die Rote Beete nicht. Aus dem rosanen Teig wird ein bordeaux-farbenes Muster. Backblech und Silikonmatte isolieren die Farbe vor zuviel Hitze, das nächste Mal werde ich sogar noch zwei Silikonmatten zusätzlich drunterlegen – mal sehen ob die Farbe dann heller bleibt. Wahrscheinlich muss ich ihn dann 1 Minute länger im Ofen lassen, damit der Biskuit gut durchgebacken ist.

Für den Trägerbiskuit:

(in Größe meiner Backmatte. Für ein ganzes Blech 4 oder 5 Eier verwenden und jeweils 1 EL mehr der anderen Zutaten pro Ei)

Den auf 190°C vorheizen.

Zubereitung

Der Reliefmasse:

Die weiche Butter mit dem Puderzucker gut verrühren, das Eiweiß unterrühren und das Mehl zusammen mit dem Farbpulver einarbeiten. Es soll eine gut streichfähige Creme werden.

Die Reliefmasse muss gut form- und streichbar sein. Wenn sie zu flüssig wird, dann gib noch einen Teelöffel Mehl hinzu.

Jetzt die Reliefmasse mit Hilfe einer Teigkarte in die Vertiefungen der Matte spachteln.

Mit der Hilfe einer Teigkarte wird die Reliefmasse in die Silikonform eingearbeitet. Achte darauf, alle Vertiefungen gut auszufüllen.

Ist das gesamte Muster gefüllt, muss man allen überschüssigen Teig sorgfältig mit dem Teighörnchen (Schlesinger/Teigschaber) abziehen. Wischen mit einem Lappen geht nicht!

Nachdem die Masse eingearbeitet wurde, wird die Form mit einem Teigschaber abgezogen und somit gesäubert. Bitte nicht mit einem Tuch abwischen!

Die Matte vorsichtig auf ein Backblech ziehen und einen Backrahmen drumherum stellen.

Jetzt den Biskuit zubereiten:

  1. Die Eier trennen und das Eiklar mit dem Salz zu einem cremigen Schnee aufschlagen.
  2. Anschließend die Eigelb anschlagen und dabei sehr heißes Wasser hinzufügen. Solange weiter schlagen bis ein sehr heller, fester Schaum entstanden ist. Nach und nach den Zucker hinzufügen.
  3. Nun in mehreren Portionen das Mehl auf die Eigelbmasse sieben und vorsichtig unterheben. Etwa nach der Hälfte 2 EL vom Eischnee mit einarbeiten. Wenn das gesamte Mehl untergehoben ist, den restlichen Eischnee sorgfältig unterziehen.
  4. Den Teig einigermaßen gleichmäßig auf die Mustermatte im Backrahmen verteilen und glatt streichen.
  5. Für 9-12 Minuten in den auf 190°C vorgeheizten Ofen geben. Der Biskuit soll goldgelb gebacken werden.

Die Silikonmatte wird in einen Backrahmen gestellt. Darüber wird vorsichtig der Biskuitteig gegossen.

Wer keinen Backrahmen besitzt - es geht auch ohne, der Teig ist so stabil, dass er wenig verläuft. Dann habt ihr halt unregelmäßige Kanten, aber der Biskuit wird nachher sowieso geschnitten oder ausgestochen. Tipp: Legt ein Backpapier zusätzlich unter die Silikon-Mustermatte, so bekommt ihr dann die fertig gebackene Kuchenplatte besser vom Backblech runter.

Nach dem Backen muss die Silkonmatte möglichst schnell vom noch heißen Biskuit abgezogen werden. Mit einem kleinen Trick könnt ihr dafür sorgen, dass sie sich besonders gut lösen lässt: Erstmal müsst ihr den Biskuit mitsamt der Matte wenden. Dafür auf die Oberfläche ein Butterbrot- oder Backpapier legen, alles zusammen greifen und mit Schwung umdrehen.

Die Silikonmatte muss noch heiß vom Biskuit abgezogen werden. Lege hierfür ein Backpapier auf den Biskuit und drehe ihn mit Schwung um.

Nun legt ihr für 2-5 Minuten ein sehr feuchtes (nicht tropfend nasses) Geschirrhandtuch auf die Matte. Dadurch entwickelt sich zwischen Teig und Matte eine Dampfschicht und man kann alles besser voneinander trennen. Beim abziehen der Matte ggf. mit einer Streichpalette oder etwas ähnlichem gegenhalten.

Lege für einige Minuten ein feuchtes Geschirrhandtuch auf die Matte. Danach kannst du sie vorsichtig vom Biskuit abziehen.

Jetzt muss der Biskuit gut auskühlen, soll dabei aber auf keinen Fall austrocknen, deshalb mit einem minimal angefeuchtetem sauberen Geschirrtuch zudecken. Danach ist der Biskuit fertig zum weiterverarbeiten.

Der Biskuit muss gut auskühlen, damit er nicht bricht. Danach kann er beliebig weiterverarbeitet werden, z. B. zu einer Torte.

Biskuit weiterverarbeiten

Für die abgebildete Torte habe ich den Biskuit mit Hilfe eines Lineals in 10 cm breite Streifen geschnitten. Auch die Schmalkanten müssen begradigt werden. Die Torte bekam einen Mürbteig  und einen “normalen“ Biskuitboden, mit Erdbeermarmelade zusammen geklebt.

WICHTIG: Wenn die Torte in einer Springform zusammensetzt werden soll müssen die Böden ungefähr 1 cm kleiner im Durchmesser sein. Wer einen verstellbaren Tortenring hat, braucht darauf keine Rücksicht nehmen. Die Böden werden in die Form/den Ring gelegt und die Reliefbiskuit-Streifen zwischen den Böden und Ring/Form bis ganz nach unten eingesetzt. Man braucht je nach Durchmesser mehrere Streifen, um die Torte einzuhüllen und die Übergänge werden besonders “unsichtbar“, wenn man die Kanten einmal außen und das Gegenstück innen leicht anschrägt.

Nun kann die Torte gefüllt werden. Wer möchte, mit einem zusätzlichen Biskuitboden als Zwischenlage. Bei mir gab es Erdbeersahne und ganz oben noch einen Spiegel aus leicht geliertem Erdbeermark.

Weitere Varianten

Eine andere Dekovariante ist es unten nur einen schmalen Streifen (abhängig auch vom Muster) um die Böden zu legen. Dann die Hälfte der Füllung hineingeben, den Zwischenboden einlegen, dann darum einen weiteren Kranz aus Musterbiskuit setzen, wieder Füllung und dann den Fruchtspiegel - so sieht man seitlich auch die Erdbeersahne.

Oder ihr stecht einen runden Boden in voller Größe des Tortendurchmessers aus und schneidet erst dann die Streifen für die Ränder zurecht. Der Erdbeermarkspiegel könnte dann als Mittelfüllung auf den Zwischenboden. Als Abschluss kommt diesmal der Reliefbiskuit oben auf die Torte – das ergibt eine beeindruckende Torte.

Wenn ihr aus dem Biskuit eine Biskuitrolle machen wollt, dann rollt den Biskuit zum Abkühlen in dem Handtuch ein und lasst ihn so auskühlen. Danach könnt ihr ihn wie gewohnt weiterverarbeiten.

Lasst eurer Fantasie freien lauf und tobt euch aus! Viel Spaß beim Nachbacken und guten Appetit!

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