Das Schäufele wird in Baden-Württemberg auch sehr gern zusammen mit Kartoffelsalat - natürlich ohne Mayonnaise - oder auch mit Kartoffel-Feldsalat gegessen. Uns hat es zusammen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree aber ebenso gut geschmeckt.
9

Badisches Schäufele aus dem Bratschlauch

16×
Jetzt bewerten:
4,9 von 5 Sternen auf der Grundlage von

Zeit

Zubereitungszeit:
Koch- bzw. Backzeit:
Gesamtzubereitungszeit:

Von einer ganz lieben Freundin aus dem Badnerland hab ich das nachfolgende Rezept bekommen und weil es das Schäufele hier bei uns nicht zu kaufen gibt - im Gegensatz zum Kasseler Kotelett oder Kasseler Nackenbraten - hat sie mir auch gleich ein wunderbares Stück vom Schäufele = Schweine-Schulterstück, gepökelt, geräuchert und frisch für den Versand vakuumiert, zugeschickt, damit ich dieses Badische Rezept einmal ausprobieren kann.

Sicher gibt es für das Schäufele mindestens genau so viele verschiedene Rezepte, wie es dort auch Hausfrauen gibt. Deshalb erhebe ich nicht den Anspruch, dass es sich bei dem Rezept meiner Freundin um das einzig richtige Originalrezept handelt, aber eines ist sicher, es schmeckt einfach superlecker und ich kann die Zubereitung wirklich nur wärmstens weiterempfehlen.

Das Schäufele wird in Baden-Württemberg auch sehr gern zusammen mit Kartoffelsalat - natürlich ohne Mayonnaise - oder auch mit Kartoffel-Feldsalat gegessen.

Uns hat es zusammen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree aber ebenso gut geschmeckt.

Zutaten für 4 Portionen

  • 1 Stück Schäufele (ich hatte 1350 g)
  • 150 ml Weißwein
  • 100 ml Wasser
  • 1 Lorbeerblatt
  • 2 Nelken
  • 2 Pimentkörner
  • 8 Pfefferkörner
  • 5 Wacholderbeeren, leicht zerdrückt
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Prise Salz
  • 1 Stück Bratschlauch

Für das Sauerkraut:

  • 500 g frisches Sauerkraut (keine Dosenware)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 - 3 Wacholderbeeren
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1/2 geschälter, säuerlicher Apfel
  • Pfeffer, Salz, Muskat
  • 1 EL Zucker
  • etwas Fleischbrühe zum Auffüllen
  • 1 Pckg. ganz magere Schinkenwürfelchen
  • 1 - 2 EL Mehl
  • Schweineschmalz zum Braten

Für das Püree:

  • 450 g geschälte und gewürfelte Kartoffeln (bei 4 Personen entsprechend mehr)
  • etwas Milch, je nach Kartoffelmenge
  • 1 EL Creme fraiche
  • 1 Stückchen Butter
  • Muskat und ggfs. noch etwas Salz zum Nachwürzen

Zubereitung

  1. Aus dem Wein, Wasser und allen Gewürzen einen Sud aufsetzen und einmal kräftig aufkochen lassen und sodann zur Seite stellen.
  2. Vom Bratschlauch wird nun ein ausreichend großes Stück abgeschnitten, es sollte um 20 - 25 cm länger sein als das Fleischstück, damit man den Schlauch noch gut verschließen kann.
  3. Eine Seite wird nun mit einem der beigefügten Verschlussstreifen zugebunden und das Schäufele wird in den Schlauch geschoben. Ist dies geschehen, wird nun vorsichtig mit einer Kelle so viel wie möglich von dem vorgekochten Sud in den Schlauch und über das Schäufele gegossen. Das ist ein wenig kniffelig, aber es funktioniert!
  4. Ist genug vom Sud in den Schlauch gefüllt worden, wird dieser auch auf der zweiten Seite mit dem kleinen Binder verschlossen und der Bratschlauch wird auf das kalte Gitterrost direkt über der Fettpfanne, untere Schiene, in den auf 180 Grad vorgeheizten geschoben.
  5. Wenn sich der Bratschlauch richtig aufgeplustert hat, stellt man die Backofentemperatur auf 130 Grad herunter und das Schäufele soll nun ca. 2 Stunden langsam vor sich hin garen. So wird es besonders zart und saftig.
  6. In der Zwischenzeit zerlasse ich ein Stück Schweineschmalz in einem Topf, gebe die geschälte und klein gewürfelte Zwiebel dazu und lasse sie glasig werden, bevor ich das frische Sauerkraut in den Topf gebe. Dazu kommen sodann Lorbeerblatt, etwas angedrückte Wacholderbeeren sowie der geschälte und in kleine Stücke geschnittene, säuerliche Apfel. Gewürzt wird das Sauerkraut mit Pfeffer, Salz, Muskat und einem Esslöffel Zucker. Einmal umrühren und mit etwas Fleischbrühe auffüllen, damit das Kraut nicht anbrennt.
  7. Ebenfalls vorbereitet habe ich die Kartoffeln für das Püree. Wir sind nur zu zwei Personen und so habe ich etwa 450 g geschälte Kartoffeln verwendet. Bei z. B. 4 Personen nimmt man natürlich entsprechend mehr Kartoffeln. Sinnvoll sind für das Püree natürlich mehlig kochende Kartoffeln, aber auch festkochende lassen sich gut verarbeiten. Man muss eben etwas mehr stampfen oder etwas fester drücken bei Verwendung einer Kartoffelpresse.
  8. Kurz bevor das Schäufele aus dem Ofen kommt, wird das Sauerkraut noch mittels kurz angebratener Schinkenwürfelchen, welche in der Pfanne mit Mehl überstreut, mit Sauerkrautbrühe abgelöscht und dann ins Kraut gegeben werden, etwas sämig angedickt und gegebenenfalls noch etwas nachgewürzt.
  9. Die Kartoffeln sind zwischenzeitlich auch gar und können gestampft bzw. gepresst werden. Milch, Butter, Creme fraiche sowie Muskat sowie noch ein wenig Salz, wenn nötig, werden nun mit dem Schneebesen untergerührt und der Kochtopf wird mit einem Küchentuch und dem Deckel für ein paar Minuten nochmals fest verschlossen und auf die ausgeschaltete Herdplatte gestellt.
  10. Nun kommt das Schäufele samt Gitterrost und Fettpfanne aus dem Ofen, der Bratschlauch wird geöffnet - bitte vorsichtig, denn die Brühe ist sehr heiß - und das Fleisch wird mit einem scharfen Messer auf mundgerechte Scheiben geschnitten. Die Brühe muss man nicht wegschütten, sie kann entweder zum Herstellen vom Kartoffelsalat verwendet werden, falls dieser zum Gericht gereicht werden soll, oder man kann übriges Fleisch darin bis zum nächsten Verzehr aufheben, damit es nicht trocken wird. Auch einer Weiterverwendung der gehaltvollen Brühe beim nächsten Eintopf steht nichts im Wege.
  11. Das Püree wird nun von Deckel und Küchentuch befreit und nochmals mit dem Schneebesen kräftig durchgerührt, damit es wunderbar locker wird.
  12. Dann kann angerichtet werden und ich bin sicher, es wird allen am Tisch sehr gut schmecken.
Von
Eingestellt am
Du kennst auch Haushaltstipps & Rezepte?
Jetzt auf Frag Mutti veröffentlichen

41 Kommentare

2
#1
4.2.19, 18:35
Perfekt ! 😘
1
#2
4.2.19, 18:38
@flauschi: Vielen Dank für Dein Kompliment 😘
1
#3
4.2.19, 19:05
@Brandy: Ich würde das Rezept gerne ausprobieren wenn ich von Deiner Freundin auch solch einen Braten zugeschickt bekommen kann.
1
#4
4.2.19, 19:09
@Orgafrau: Meine Freundin betreibt keine Metzgerei. Frag doch mal Deinen Metzger, ob er Dir ein Schäufele entsprechend vorbereitet!

Badisches Schäufele ist übrigens nicht unbedingt zur Diät geeignet.
1
#5
4.2.19, 20:26
Sehr sehr lecker ,👌das Gericht es ich sehr gerne 👍
1
#6
4.2.19, 20:30
@sofie1945: 😘Dankeschön!
1
#7
4.2.19, 20:39
@Brandy: da wo ich wohne, gibt's in vielen Haushalten Schäufele und Kartoffelsalat, 
am Heiligabend. 
1
#8
4.2.19, 20:52
@sofie1945: Das hat mir meine Freundin auch berichtet. Sie selbst und ihre Familie und Freunde essen es sehr gern mit Kraut und Püree. Es gibt für jeden Geschmack eine passende Zubereitung. 👍 Die einen mögen es mit dem Kartoffelsalat - was ganz sicher auch sehr lecker ist - und die anderen in der Art, wie ich es hier nach den Vorlieben meiner Freundin aufgeschrieben hab. 
4
#9
4.2.19, 21:24
Was soll ich sagen...ähhhh schreiben ? 

Des isch e bombigs Rezept us dr  Badische Chuchi -  für mich die bäschti Dütschi Chuchi. In Südbade, wo'd Alemanne hause, gitt's aber kei "Schäufele", sondern nur "Schüffeli" , Kartoffle sin'd Äärdöpfel" und "Suurchrutt"?? Jo, was wohl ? 

Danke für das Rezept, daß ich gottseidank ernst nach dem Abendessen gelesen habe...dann ging's mit dem Heißhunger. aber nachgekocht wird es !
#10
4.2.19, 21:32
@horizon: Dankeschön für Dein Feedback 😘 Ich hab alles lesen können und auch verstanden. Auch Suurchrutt ist mir geläufig 👍Immerhin lebe ich im Rheinland, aber der Dialekt ist mir durch meine Freundin bekannt.  
Wenn Du das Rezept nachkochst, wünsche ich Dir jetzt schon guten Appetit!
2
#11
4.2.19, 22:05
Tolles Rezept. Das werde ich zum Geburtstag , nur das Schäufele und Sauerkraut ,
nachkochen. Wird immer gerne gegessen. Das Schäufele kann man bei Amazon bestellen.
  Meine Freundin hatte das schon mal bestellt und das war Toll.
Danke fürs Rezept Brandy...👍.. 😍
#12
4.2.19, 22:09
@Geli68: 😘 Dankeschön!
1
#13
5.2.19, 13:07
Das hört sich ja superlecker an!
1
#14
5.2.19, 13:27
Ist Schäufele dasselbe wie Kassler?

Danke für dieses Rezept mit dem Bratschlauch! Jahrzehnte habe ich darauf gewartet, denn der Bratschlauch war ja praktisch ausgerottet. Meine Mutter war keine gute Köchin, denn als Lehrerin musste es bei ihr immer schnell gehen. Aber Kassler konnte sie! Und ich behaupte: Das lag am Bratschlauch. 

Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm, also brauche ich den Bratschlauch, dann kann ich endlich auch Kassler / Schäufele ...
#15
5.2.19, 13:40
@utew: Das Kasseler ist leider nicht das gleiche wie Schäufele! Kasseler ist entweder Stielkotelett, am Stück oder auch auf einzelne "Kasseler Koteletts" geschnitten oder auch ein Stück vom Hals wird zu Kasseler verarbeitet. Das Schäufele ist ein Stück aus der Schweineschulter, entweder mit oder auch ohne Knochen, und heißt deshalb Schäufele, weil das Schulterblatt eben wie eine Schaufel aussieht.
Die Herstellung von Schäufele und Kasseler ist jedoch nahezu gleich, beide Fleischarten werden gepökelt und leicht geräuchert. Die Zubereitung unterscheidet sich dann wieder. Während das Kasseler allgemein im Sauerkraut mitkocht, wird das Schäufele separat gegart.
Desweiteren ist das Schäufele viel zarter als die allgemein bekannten Kasseler am Stück oder auch die Scheiben desselben.

Selbstverständlich kannst Du auch Kasseler auf Schäufele-Art im Bratschlauch zubereiten, aber es ist halt kein Schäufele, sondern bleibt eben Kasseler! 😉
1
#16
6.2.19, 20:45
bei uns in der schweiz heisst es auch
Schüfeli und Suurchruut.
Schäufele gefällt mir auch ..
ein wunderbares Rezept. Oft auch ein traditionelles Weihnachtsessen.
Und immer gerne wieder.
2
#17
10.2.19, 22:44
im Grunde genommen ist zwischen Rippchen und Kasseler und Schäufele kein großer Unterschied.
Man kann alle drei zum Beispiel mit Sauerkraut, bzw. im Sauerkraut mitgaren und zusammen mit selbst gestampftem Kartoffelbrei servieren und essen bis zum geht-nicht-mehr.
Über den Kartoffelbrei kommt noch ne kleine Portion in Butter angeröstetes Weckmehl !
Und wenn ich hier schon Rippchen -Hessisch- erwähne; diese schmecken auch ganz besonders würzig, wenn man sie , wenn fertig gegart , noch in ner Steakpfanne anbraten/grillen kann.
Ich aber, lege auch großen Wert auf mein selbstgeschnittenes, eingemachtes Sauerkraut welches mit versch. Gewürzen im großen Topf mit -vorher scharf angebratenem  Schweinebauch , langsam köcheln lasse.
#18
10.2.19, 22:55
@susiratlos: Dein Gericht ist sicher auch sehr lecker, hat aber mit dem Badischen Schäufele nicht das Geringste gemeinsam!

Kasseler bzw. Rippchen sind gepökelte und geräucherte Stiel- oder Halskoteletts (entweder am Stück oder geschnitten), und das Schäufele ist die Schweineschulter mit oder ohne Knochen. Ich habe den Unterschied beider Fleischarten ebenso wie die sehr unterschiedliche Zubereitung bereits in meinem Text zum Rezept und auch im Kommentar als Antwort an @utew ausführlich beschrieben.

Du siehst also, daß es zwischen dem Badischen Schäufele und dem Kasseler mit Sauerkraut und Püree sehr wohl einige gravierende Unterschiede gibt.

Nur als Beispiel könnte man auch allerlei Fleisch kleinschneiden und in einem Topf braten, aber deswegen ist das Endergebnis noch längst kein Gulasch, auch wenn man das für sich selbst gern so sehen möchte!
#19
10.2.19, 23:07
@susiratlos: Was ist Weckmehl?
#20
10.2.19, 23:31
Weckmehl kommt aus dem Hessischen und heißt  auch Semmelbrösel, Paniermehl ( französisch) , Mutschelmehl  u.s.w.
original aus trockenen, Brötchen, Semmel, oder Weißbrot , mittels Reibe ( autsch die Fingerkuppen) hergestellt
#21
10.2.19, 23:35
@susiratlos: Danke für die Aufklärung.
#22
11.2.19, 14:21
@susiratlos: Nur zur Information: Paniermehl ist nicht französisch, sondern rein deutsch. Im französischen heißt es - mie de pain -!

Und hier noch etwas zur Ergänzung meines gestrigen Kommentars zu Deinen Aussagen in #17 zum Badischen Schäufele: Die hessischen Rippchen sind - im Gegensatz zum Kasseler Rippenspeer - noch nicht mal geräuchert, sondern nur gepökelt und dann gekocht. Man kann sie u. a. frisch aus dem Brühtopf beim Metzger kaufen und gleich mit einem Brötchen verzehren. Dieser Imbiss wird sehr gern von Männern im Handwerk und auf dem Bau verzehrt, ist ja sehr deftig und passend für die Jungs mit schwerer Arbeit.

Woher ich das weiß, möchtest Du gern wissen?

Ich bin selbst gebürtige Hessin aus dem Rheingau und kenne die Gepflogenheiten in Sachen Kasseler und auch Rippchen mit Brötchen oder Kraut ziemlich genau.

Nun sollte es Dir sicher klar sein, daß Schäufele und Kasseler Rippenspeer allenfalls in der Vorbeitung zu ihrer jeweiligen Art - pökeln und räuchern - miteinander "verwandt" sind, aber ganz sicher nicht in der Zubereitung, denn die ist in keiner Weise gleich oder auch nur ähnlich!

Wenn Du das Schäufele natürlich gleich mit dem Sauerkrauf in einen Topf werfen willst, so mach es, aber mit dem Badischen Schäufele hat das nichts mehr zu tun und kann ganz sicher so auch nicht mehr bezeichnet werden.
#23
11.2.19, 17:04
@Brandy: e i horsch e mol, dees is jo e ding.
Gut dass Du aber die schwer schuftende Jungs erwähnt hast, sonst hätte ich  ja moi Lebbe lang
was falsches für moi Kallche gekocht. Der muss ganz schee schufte als Erbsezähler im Finanzamt.  😜
#24
11.2.19, 19:51
@Brandy:
Paniermehl   😏

Paniermehl


Paniermehl (von französisch paner „mit geriebenem Brot bestreuen“),

Quelle: Wikipedia

Ach ja; e Rippche mit Kraut ist kein Imbiß,
sondern ein nee DAS Frankfurter Essen. Wenn auch viele glauben, dass "grie Soß" solches wäre, so empfehle ich Dir mal nach Sachsehause zu gehen und enn Bembel und e Rippsche zu bestellen und nachem Rippsche noch enn Bembel ......Und solltest Du alles unfallfrei genossen haben, dann esse halt wieder e Schäufele.
Gruß von Frau Rauscher !!
Äbbelwoi
#25
11.2.19, 20:04
@susiratlos: Das ist nicht ganz richtig! Paner heißt zwar panieren, also mit geriebenem Brot bestreuen oder darin wenden, aber nun mal nicht Paniermehl!

So heißt es zum Beispiel: Poisson pané = panierter Fisch, aber nicht Fisch in Paniermehl.

Paniermehl heißt - wie ich bereits schrieb - mie de pain.

Äbbelwoi vun de Frau Rauscher aus de Klappergass oder von wem auch sonst ist nicht mein Getränk und das Rippchen, beim Metzger auf die Hand gekauft, ist sehr wohl ein Imbiss.

Aber das alles ist ja eigentlich vollkommen egal. Es ist doch eher so, daß das Schäufelerezept aus welchen Gründen auch immer, nicht in Deine Rippchen- und Kasseler-Vorstellungen paßt und da kann auch die völlig andere Zubereitungsweise nichts dran ändern, geschweige denn käme es Dir in den Sinn, das Rezept einfach mal auszuprobieren. Das käme dann vermutlich einer Kapitulation gleich!!

Aber mach Dir nichts draus, mich stören Deine offenen und versteckten "Argumente gegen das Schäufele" nicht, es gibt genügend andere Muttis und Vatis, denen das Gericht gut gefällt und die es sehr wahrscheinlich auch einmal probieren werden!

Und genau aus diesem Grund habe ich das Rezept meiner Freundin hier eingestellt!
Ich denke, die Fronten sind geklärt und man kann diese Diskussion nun abhaken, sie ist jetzt zur Genüge durchgekaut!
#26
11.2.19, 20:21
@Brandy:  mein Mann aber behauptet immer, dass Ich gut französisch könne.
O.K., Du vielleicht sogar noch besser.
Aber egal, ob Bratschlauch oder Kochtopf, ob Kasseler oder Schäufelcher oder Rippscher,
gegessen wird was auf den Tisch kommt. Mahlzeit.😀
1
#27
1.3.19, 15:14
@Brandy:  Hallo. Wenn Du auch meinst dass alles abgeklärt ist, so finde ich das aber nicht.
Mir ist aufgefallen, dass DU sehr großen Wert auf den immer und überall hunderte mal
beschriebenen "Bratschlauch" legst.
Für was soll dieses Zeugs denn gut sein ? hast Du keine vernünftigen Kochtöpfe mit Deckel ?
Wie schmeckst Du Deine Gerichte da ab, wie kommen da zwischendurch evtl. Zutaten dazu , wo bleibt die eigene Soße und beigefügten Zutaten dazu  u.s.w.... Wie hälst Du Essen warm oder hebst es auf  ?😒
Und ganz vorrangig; WAS machst du mit dem gebrauchten Schlauch ?
Kostet doch sicher Geld und wird hinterher entsorgt werden müssen.
NÖÖ Essen aus dem Plastik-Kondom und dann noch Backofen ... NIX für uns.🤐
3
#28
1.3.19, 16:13
Das tut mir sehr leid, daß für Dich noch nicht alle Fragen und Vermutungen endgültig abgeklärt sind, deshalb werde ich abschließend versuchen, die von Dir angesprochenen Punkte noch nachträglich zu beantworten.

1. Bei dem von Dir "hunderte mal" angesprochenen Bratschlauch handelt es sich um jeweils einen passenden Abschnitt dieses corpus delicti zu jeweils einem Rezept, also zwei Stücke vom Bratschlauch, die auch immer nur zwei Stücke bleiben, selbst wenn sie zwei- oder auch dreimal pro Rezept erwähnt werden.

2. Dieses "Zeugs" ist dafür gut, daß man zum einen fettarm kochen und braten kann, zum zweiten das Fleisch zusammen mit allen!! notwendigen Zutaten und Gewürzen sehr zart und saftig im eigenen Saft gart und sich aus dem austretenden Bratensaft unter Beifügung von etwas Bratenfond eine hervorragende Grundlage für eine sehr geschmackvolle und vor allen Dingen nicht verwässerte Soße ergibt.

3. Ich bin sehr wohl im Besitz von qualitativ hochwertigen Koch- und Bratentöpfen mit den dazugehörenden Deckeln. Also gibt es keinen Grund, daß Du Dir Sorge machen mußt um die Ausstattung meiner Küche.

4. Alle notwendigen Zutaten wie z. B. Zwiebeln, Paprika, Petersilienwurzel usw. usw. werden gleich zusammen mit dem gewürzten Fleisch in den Bratschlauch gegeben und es muß nichts nachträglich zugefügt werden. Eine Ausnahme ist hier das Schäufele, welches nicht gewürzt wird, denn es ist bereits durch das Pökeln gesalzen und das Raucharoma wurde durch das Anräuchern auch bereits vor der Zubereitung ans Fleisch gebracht.

5. Beim Schäufele gibt es keine zusätzliche Soße, sondern der während des Backens entstehende Saft wird nach Fertigstellung vorsichtig aus dem Schlauch in einen Topf gegossen und darin kann man, falls notwendig, das geschnittene Fleisch warmhalten oder sogar im Kühlschrank darin aufheben.

6. Hier sei noch folgendes gesagt: Selbstverständlich bekommt man den Bratschlauch nicht kostenlos, man muß diesen bezahlen wie alles, was man so zum Kochen und für alle anderen Dinge sonst auch immer braucht.

7. Entsorgt wird der gebrauchte und nicht mehr zu verwendende Bratschlauch sodann im Restmüll, welcher nach der üblichen Abholung der Tonne durch die Abfallwirtschaftsbetriebe in der Müllverbrennungsanlage verbrannt wird.

8. Niemand hat von Dir verlangt, daß Du das Schäufele oder auch den Hackbraten, welchen ich ebenfalls im Bratschlauch zubereitet hatte, genau so zubereiten sollst wie ich es nun mal gemacht habe, geschweige denn mußt Du essen, was ich gekocht und gebraten habe. 

Ich hoffe, daß nun alle Fragen und Vermutungen geklärt sind!
#29
1.3.19, 18:31
als ich Kind war haben meine Eltern bei der Firma gearbeitet, die Bratschläuche und andere Folien herstellt ... ich bin mit Essen aus dem Bratschlauch gross geworden und heute kann ich das nicht mehr sehen  :o)
1
#30
1.3.19, 18:43
@Agnetha: Der Bratschlauch ist auch in meiner Küche nicht ständig das "Kochgeschirr" meiner Wahl. Aber für das Schäufele hat er sich geradezu angeboten, weil dieses zum einen nicht im Sauerkraut mitgekocht werden soll und zum anderen sollte das Schäufele auch nicht separat einfach nur in gewürztem Wasser gekocht werden. Im Bratschlauch im eigenen Saft wird das Fleisch eben besonders zart und bleibt sehr saftig.

Für den Hackbraten, welchen ich ebenfalls im Bratschlauch hergerichtet habe, bot sich diese Zubereitung deshalb an, weil ich den Braten nicht während der Garzeit wenden mußte und er so ohne Schaden bis zur Fertigstellung braten konnte.

Wie bereits geschrieben, bin ich im Besitz von ausreichend guten Töpfen und Pfannen, welche auch üblicherweise in der Küche zum Einsatz kommen.
1
#31
1.3.19, 19:04
meine Abneigung gegen den Bratschlauch ist subjektiv und unbegründet, ein rein persönliches Trauma ... natürlich kann man darin hervorragend Sachen zubereiten
1
#32
1.3.19, 19:06
@Agnetha: Danke Dir für die Erklärung.👍 
1
#33
1.3.19, 19:41
Ich habe früher auch hin und wieder den Bratschlauch verwendet, aber im Zuge der Plastikvermeidung lasse ich es nun bleiben.
Dafür verwende ich jetzt gerne eine feuerfeste Glasschüssel mit dicht schließendem Deckel (Jenaer Glas). Man kann gut sehen, was abläuft und wenn nötig den Deckel auch mal kurz abnehmen.
Und der Ofen bleibt auch sauber...
#34
1.3.19, 19:54
Auch eine gute Idee! 👍
1
#35
16.3.19, 08:06
Was für eine Diskussion! Du bist ziemlich rechthaberisch, @Brandy! (Ich sage nur „Paniermehl“. Natürlich kommt es aus dem Französischen, was soll die Streiterei?)
Das Rezept ist sicher sehr schön, aber natürlich kann man ein Stück Kassler genauso zubereiten. Ich mache es zwar nicht so, aber mein Kassler schmort keineswegs im Sauerkohl und ist auch wunderbar zart.
1
#36
16.3.19, 15:01
😀 Hallo alle und besonders @Brandy, 
Ich finde es erstaunlich, dass Dein Tipp schon 35 Kommentare eingebracht hat. Es zeigt, dass wir Deutschen - ob im Norden oder Mitte oder Süden - die Schweine besonders gerne haben. Besonders gepökelt und leicht geräuchert. Warum wohl? 
Wir haben sie in mehreren tausend Jahren zu dem gemacht, was sie sind: sehr schmackhafte Tiere. Hier ein bisschen Fleisch, dort ein bisschen Fett. Und das Ganze dann auch noch fast beliebig haltbar gemacht durch Pökeln und Räuchern. 
Rezepte, die auf solch alten Zutaten beruhen, kommen in D in der Regel besser an als die Cuisine francaise oder Bella Italia. 
Beste Grüße.
1
#37
16.3.19, 18:26
@WZimdahl: Das kommt drauf an, in welcher Generation man sich bewegt. Die 30-Jährigen kochen fast nur noch asiatisch, italienisch, französisch, vegan...
1
#38
17.3.19, 18:22
@Brandy. Was im Bratschlauch geht, geht bestimmt genauso gut auch im Römertopf. Da spart man sich die Fummelei mit dem Zubinden. 
Ich habe schon oft Kassler Nacken im Römertopf gehabt und dann gleich das Sauerkraut dabei. (Geht übrigens auch ausgezeichnet mit Krustenbraten oder Schweinshaxe.) 
Ich darf in der Fastenzeit gar nicht dran denken. 
Wazi
1
#39
17.3.19, 18:35
@WZimdahl: Das ist sicher richtig, was Du schreibst. Beim Schäufele verhält es sich aber so, daß dieses gerade nicht, wie das Kasseler, direkt zusammen mit dem Sauerkraut gegart werden soll, sondern allein für sich mit nur wenig Wein und etwas Wasser,  Zwiebel, Lorbeerblatt, Wachholderbeeren und Pfefferkörnern im eigenen Saft garen soll. Dafür eignet sich der Bratschlauch ausnahmsweise ganz hervorragend. Dieses getrennte Garen von Fleisch und Beilagen macht unter anderem den Unterschied zum Kasseler mit Püree und Sauberkeit aus.
Selbstverständlich fallen auch die unterschiedlichen Fleischstücke, Kasseler aus dem Hals- oder Rückenstück und Schäufele aus der Schweineschulter, bei der Geschmacksgebung ins Gewicht.
1
#40
17.3.19, 22:26
@Brandy:  Also: ich gebe es auf mit dir zu streiten. Du hast die besseren Argumente!! Schon alleine die Verwendung von Wein im Zusammenhang mit Kassler würde einem Norddeutschen wie mir nicht in den Sinn kommen. 
Zur Erklärung muss ich noch sagen: Ich bin in Stettin 1938 geboren, nach dem Krieg bei Hamburg aufgewachsen und 1951 mit den Eltern umgezogen in die Pfalz. Erst dort habe ich das Produkt Wein kennengelernt. 
Schönen Abend noch.
Wazi
#41
17.3.19, 22:32
@WZimdahl: 😇Haben wir gestritten? Ich meine, wir haben miteinander kommuniziert, nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht hast Du ja irgendwann mal Gelegenheit, das Schäufele, so wie ich es gekocht habe, zu probieren. Ich bin sicher, es wird Dir gut schmecken!

Dir auch einen schönen Restabend! 👋

Rezept kommentieren

Emojis einfügen